Wenn Nähe und Distanz einander begegnen

A Measure Of Distance & A Sense Of Nearness

Manche Arbeiten entstehen aus einer Spannung, die nicht entschieden werden will. Sie halten ein Verhältnis offen — zwischen Nähe und Distanz, Halt und Bewegung, Sichtbarkeit und Entzug.

In A Measure Of Distance geht es um Bildräume, die einander leise bedingen. Eine einzelne Leinwand wäre zu eng für diese Bewegung gewesen. Erst im Miteinander öffnet sich ein größeres Feld: aus hellen Flächen, unterbrochenen Linien, offenen Rändern und verschobenen Spuren.

Zugleich bleibt offen, ob ein einzelnes Werk seine stärkste Wirkung im Verhältnis zu anderen entfaltet oder für sich allein spricht. Diese Frage entscheidet sich vermutlich erst in der subjektiven Wahrnehmung.

Manche Fragestellungen verändern ihre Richtung und treten in anderer Form wieder auf. Eine Werkgruppe ist für mich nicht nur dann abgeschlossen, wenn alle Arbeiten gleichzeitig das Atelier verlassen. A Sense Of Nearness ist aus diesem offenen Zusammenhang heraus entstanden: als Blick auf eine unentschiedene Nähe — auf Annäherung, die spürbar wird, sich aber jeder Kontrolle entzieht.

Genau darin liegt für mich der Bezug zu Liminal Spaces. Die Ausstellung richtet den Blick auf Übergänge, Schwellen und fragile Momente der Wahrnehmung. Mich interessiert, wie Bildräume einander antworten, wie Zwischenräume Spannung erzeugen und wie der Ausstellungsraum selbst zum Resonanzfeld der Arbeiten wird.

A Measure Of Distance und A Sense Of Nearness werden Teil von Liminal Spaces, der Duo-Ausstellung von Karin Reiter und Sylvia Galos im Haus der Kunst Baden, 18.–27. September 2026.

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Ausstellung im Haus der Kunst Baden: "LIMINAL SPACES" mit Karin Reiter & Sylvia Galos | 18. bis 27. September 2026